Glossar zum Thema video mapping
TL;DR
Dieses Fachglossar fasst die wichtigsten Begriffe zusammen, die für das video mapping erforderlich sind. Von grundlegenden Konzepten wie „Warping“ und „Edge Blending“ bis hin zu entscheidenden Hardware-Spezifikationen wie Lumen und Projektionsverhältnis – wenn Sie diese Definitionen beherrschen, können Sie sich in professionellen Setups besser zurechtfinden und video mapping software wie HeavyM mühelos nutzen.
Um projection mapping zu verstehen, muss man dessen spezifische Fachsprache kennen. Dieses Glossar fasst die unverzichtbaren Begriffe für die Praxis des video mapping zusammen und stellt sicher, dass Sie über das nötige Wissen verfügen, um jedes Projekt umzusetzen. Ganz gleich, ob Sie eine Micro-Mapping-Installation aufbauen, mehrere Projektoren über SDI-Kabel anschließen oder MIDI-Controller für eine Live-Show programmieren – diese Definitionen verdeutlichen jeden Schritt Ihres Arbeitsablaufs.
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Grundlegende Konzepte und Projektionstechniken
Die Grundlage des video mapping beruht auf dem Verständnis, wie digitale Bilder mit physischen Räumen interagieren. Hier sind die wichtigsten Konzepte, die Sie kennen sollten:
Fachbegriff
Definition
Video mapping (projection mapping)
Die Technik, Videos auf 3D-Objekte oder nicht ebene Oberflächen zu projizieren, wobei das Relief perfekt an diese angepasst wird, um optische Täuschungen zu erzeugen.
Oberflächenmapping
Der Vorgang, bei dem Videoinhalte präzise an die geometrische Form einer bestimmten Oberfläche angepasst werden.
Mikro-mapping
Sorgfältige Projektion auf sehr kleine Objekte (Turnschuhe, Modelle, Flaschen, Restaurantgeschirr), die hohe Präzision erfordern.
Kantenüberblendung
Eine komplexe Technik, mit der die Ränder der Lichtstrahlen mehrerer benachbarter Projektoren nahtlos ineinander übergehen. Ziel ist es, ein einziges, durchgehendes und hinsichtlich der Helligkeit homogenes Panoramabild zu erhalten.
Verziehen
Der Vorgang der Manipulation und Verzerrung des projizierten Bildrasters, um durch eine unregelmäßige, zylindrische oder sphärische Oberfläche verursachte Verzerrungen optisch auszugleichen.
Schnappen
Eine wichtige Softwarefunktion, mit der Sie die Punkte Ihrer Formen (Schnitte) aneinander “magnetisieren” können, um schwarze „Lücken“ zwischen zwei Projektionsbereichen zu vermeiden.
Keystoning
Eine digitale oder optische Korrektur, um ein rechteckiges Bild zu gewährleisten, wenn der Projektor in einem Winkel zur Projektionsfläche aufgestellt ist.
Ausschnitt / Maske
Ein in der Software definierter Projektionsbereich (z. B. ein in HeavyM gezeichnetes Polygon), um den genauen Bereich abzugrenzen, in dem das Video angezeigt oder ausgeblendet werden soll.
Maske umkehren
Die Methode, der Software die Anweisung zu geben, ein Video zu projizieren überall außer innerhalb einer definierten Form (nützlich, um ein Fenster oder ein Hindernis in einem Gebäude auszuschneiden).
Sequenzer / Zeitleiste
Ein Tool zum Organisieren von Szenen und visuellen Effekten im Zeitverlauf, um eine eigenständige, mit Musik synchronisierte Show zu erstellen.
Generative Kunst
Von der Software in Echtzeit mathematisch erzeugte Grafiken (häufig mithilfe von Shadern), für die keine vorab aufgezeichneten Videodateien (MP4) erforderlich sind und die sich unendlich weiterentwickeln können.
VJing (Video-Jockeying)
Die Kunst, Videoloops in Echtzeit – häufig in Clubs oder auf Festivals – synchron zur Musik eines DJs zu mischen und zu bearbeiten.
Beim mapping verwendete Protokolle, Software und Effekte
Um interaktive und leistungsstarke Shows zu erstellen, stützt sich mapping-Software auf bestimmte Kommunikationsprotokolle und Optimierungsformate.
Fachbegriff
Definition
OSC (Open Sound Control)
Ein leistungsstarkes Netzwerk-Kommunikationsprotokoll, das die Interaktion von Software in Echtzeit ermöglicht. Damit können Sie HeavyM über ein Smartphone oder eine Lichtkonsole steuern.
Audio-reaktiv
Bezieht sich auf visuelle Effekte oder Animationen, die von der Software dynamisch auf der Grundlage von Frequenzschwankungen (Bässe, Mitten, Höhen) einer Echtzeit-Audioquelle erzeugt werden.
Shader
Kurze Computerprogramme, die direkt vom Prozessor der Grafikkarte (GPU) ausgeführt werden. Sie verändern Bildmerkmale in Echtzeit, um dynamische, interaktive visuelle Effekte wie Wellen und Spiegelungen zu erzeugen.
Siphon (Mac) / Auslauf (Win)
Unverzichtbare VJing-Technologien für den Austausch von Videostreams zwischen verschiedenen Anwendungen auf demselben Computer ohne Verzögerung.
NDI (Network Device Interface)
Ein innovativer Standard für die Übertragung hochwertiger, unkomprimierter Videodaten über ein lokales Ethernet-Netzwerk. Er unterstützt 4K-Video und ermöglicht die Übertragung mehrerer Datenströme über ein einziges Kabel.
Optimierte Codecs (HAP, DXV, ProRes)
Videokomprimierungsformate, die speziell dafür entwickelt wurden, von der Grafikkarte (GPU) statt vom Prozessor (CPU) decodiert zu werden. Dies ist unerlässlich, um mehrere Videos gleichzeitig abzuspielen, ohne den Computer zu verlangsamen.
MIDI
Ein Standardprotokoll zur Steuerung von Software (wie HeavyM) mithilfe physischer Bedienelemente (Tastaturen, Pads, Regler) für eine Live-Performance.
DMX / Art-Net
In der Unterhaltungsbranche übliche Kommunikationsprotokolle zur Steuerung der Beleuchtung. HeavyM kann Art-Net-Signale senden oder empfangen, um das video mapping mit den Leuchten zu synchronisieren.
Nachverfolgung
Eine Technologie (oft in Verbindung mit Infrarotkameras oder Kinect), die es ermöglicht, dass die Projektion einem sich bewegenden Objekt oder Tänzer in Echtzeit folgt.
EDID
Ein Standard, der es einem Anzeigegerät (z. B. einem Projektor) ermöglicht, seine Fähigkeiten (z. B. die Auflösung) an eine Videoquelle (z. B. einen Computer) zu übermitteln.
Sequenzen & Einsätze
In HeavyM, Sequenzen sind Objekte, die Ihr mapping in mehrere Teile unterteilen und im Sequencer verwaltet werden. Ein Cue ist ein Objekt in der Timeline das ein Triggersignal für eine Aktion im Zusammenhang mit der Wiedergabe einer Sequenz sendet.
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Wichtige Hardware-Merkmale (Projektoren und Kabel)
Die Auswahl und der Anschluss der richtigen Hardware sind genauso wichtig wie die Beherrschung der Software. Hier finden Sie die Fachbegriffe rund um Hardware-Konfigurationen:
Fachbegriff
Definition
Lumen (ANSI-Lumen)
Die Standardmaßeinheit für die von einem Projektor abgegebene Lichtleistung. Sie ist das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung, ob ein Projektionsmapping im Freien oder in einem beleuchteten Raum durchführbar ist.
Wurfverhältnis
Das mathematische Verhältnis zwischen dem Projektionsabstand und der Breite des projizierten Bildes. Es bestimmt, ob Sie ein Kurzdistanzobjektiv (0,5:1), ein Standardobjektiv (1,5:1) oder ein Langdistanzobjektiv benötigen.
Kurzdistanzprojektor / UST
Das Merkmal eines Projektorobjektivs, das ein sehr großes Bild erzeugen kann, obwohl es sehr nah an der Projektionsfläche aufgestellt ist (ideal für kleine Bühnen oder Schaufenster).
Objektivverschiebung
Ein hochwertiger optischer Mechanismus, mit dem das projizierte Bild entlang der vertikalen und horizontalen Achse verschoben werden kann, ohne dass das Projektorgehäuse physisch bewegt werden muss.
Aufzeichnungskarte
Ein Hardwaregerät, mit dem ein externer Videostream (z. B. von einer Live-Kamera oder dem Bildschirm eines anderen Computers) direkt in HeavyM eingespeist und live für das mapping verwendet werden kann.
HDMI & DisplayPort
HDMI-Videoprojektoren ist der gängigste Standard für die Übertragung von unkomprimierten digitalen Audio- und Videodaten. DisplayPort ist eine digitale Schnittstelle, die häufig zur Verbindung eines Computers mit einem hochauflösenden Bildschirm verwendet wird.
SDI & HDBaseT
Professionelle Verkabelungsstandards. SDI wird in der Produktion für unkomprimiertes Videomaterial verwendet. HDBaseT ermöglicht die Übertragung von Video, Audio, Ethernet und Strom über ein einziges CAT5e/6-Kabel auf eine Entfernung von bis zu 100 Metern.
VGA & DVI
Ältere analoge und digitale Videoschnittstellen, die vor allem zum Anschluss älterer Computerbildschirme und Projektoren verwendet wurden.
Audio-Interfaces & E/A
Externe Geräte oder Anschlüsse (Line-In, Line-Out, Mic-In, SPDIF), die zur Übertragung digitaler oder analoger Audiosignale für die professionelle Tonaufnahme und -wiedergabe verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Verzerrung und Keystone-Effekt?
Die Trapezkorrektur ist eine grundlegende digitale oder optische Anpassung, mit der bei geneigtem Projektor ein rechteckiges Bild gewährleistet wird. Das Warping ist ein weitaus fortgeschritteneres Verfahren, bei dem ein bestimmtes Raster des projizierten Bildes manipuliert und verzerrt wird, um stark unregelmäßige, gekrümmte oder sphärische Oberflächen auszugleichen.
Warum benötige ich für das mapping optimierte Videocodecs?
Optimierte Codecs wie HAP, DXV und ProRes sind speziell dafür ausgelegt, von der Grafikkarte (GPU) Ihres Computers statt vom Prozessor (CPU) decodiert zu werden. Dies ist beim video mapping von entscheidender Bedeutung, da es Ihrem Computer ermöglicht, mehrere hochauflösende Videos gleichzeitig ruckelfrei abzuspielen.
Was ist Edge Blending und wann sollte ich es verwenden?
Beim „Edge Blending“ handelt es sich um eine Technik, mit der die überlappenden Bildränder mehrerer benachbarter Projektoren nahtlos ineinander übergehen. Diese Technik sollten Sie einsetzen, wenn Sie ein einziges, großflächiges Panoramabild erstellen möchten, das durchgehend und in der Helligkeit homogen ist – was mit nur einem Projektor nicht zu erreichen ist.
Wie kann ich meine Visuals so gestalten, dass sie auf Musik reagieren?
Um visuelle Effekte auf Musik reagieren zu lassen, nutzt man die audio-reaktiven Funktionen der mapping-Software. Die Software analysiert die Frequenzschwankungen (Bässe, Mitten, Höhen) einer Echtzeit-Audioquelle (die über einen Audioeingang angeschlossen ist) und erzeugt dynamisch visuelle Effekte oder Animationen, die im Takt pulsieren.